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6. Kiersper Stadtgespräch am 17.8.2004 im Rathaus der Stadt Kierspe
"Energie aus Biomasse - ein neues Standbein für die Land- und Forstwirtschaft?"


 


 
Am 17. August lädt Petra Crone zum mittlerweile schon 6. Stadtgespräch im Kiersper Rathaus ein. Diesmal hat die Bürgermeisterkandidatin sich die Förderung der Wirtschaft als Schwerpunktthema ausgewählt.
In der sechsten Auflage verlässt Crone inhaltlich die klassischen Pfade der wirtschaftlichen Förderung. Viel mehr ist ihr daran gelegen, mögliche neue Betätigungsfelder für die heimische Wirtschaft zu beleuchten.
“Energie aus Biomasse - ein neues Standbein für die Land- und Forstwirtschaft?“ Bernd Geschermann von der Energieagentur in NRW ist an diesem Abend als Referent eingeladen worden. Die Verfügbarkeit von Rohöl und Erdgas wird in etwa dreißig Jahren rapide zurückgehen. In fünfzig Jahren, davon gehen Experten aus, wird das Erdölvorkommen nahezu erschöpft sein. Die Wende hin zu anderen Energieträgern muss bereits heute erfolgen, damit sie rechtzeitig den Wegfall des „schwarzen Goldes" auffangen kann. Investitionen, die beispielsweise in Biomasse getätigt werden, sind Investitionen in die Zukunft. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze in der Region gesichert. Von den Energieerlösen fossiler Brennstoffe bleiben nur etwa zwanzig Prozent in der Region und 80 Prozent des Geldes fließt ins Ausland ab. Bei dem energetischen Einsatz von Holz kann das Verhältnis umgekehrt werden und zugleich Wirtschaftsförderung für die Stadt Kierspe bedeuten. Georg S. Freiherr von Weichs vom Waldbauernverband NRW unterstrich beim 2. südwestfälischen Energietag in Meschede die regionale Bedeutung der Nutzung erneuerbarer Energien: „Südwestfalen hat die größten und ertragreichsten Waldbestände in NRW. Diese Bestände werden sowohl als Baumaterial als auch zur Wärme- und Stromerzeugung nachhaltig genutzt. Die modernen effizienten Verbrennungstechnologien, die in Österreich und Deutschland entwickelt wurden, platzieren Holz als hochwertigen Energieträger, dessen Nutzung C02 neutral erfolgt. Damit dient der Holznutzer sowohl dem Umwelt- wie auch dem Landschaftsschutz.“ Freiherr von Weichs führte im April diesen Jahres weiter aus, dass die Potenziale für die Brennholzgewinnung vorhanden seien, aber noch nicht marktgerecht genutzt würden. Immer noch verblieben rund 30 Prozent der Holzmenge, die man theoretisch nutzen könnte, als „Totholz“ im Wald. Das Ziel regionalwirtschaftlicher Aktivitäten müsse daher die Steigerung des Aufkommens an Energieholz sein. Die Wege dazu seien die Aktivierung des Waldrestholzes über neue Sammel- und Verteilungswege und die Festigung der heimischen Sägewerksindustrie zur Steigerung der Nutzung von Sägerestholz.
Am 9. Juli wurde das EEG (Erneuerbare-Energie-Gesetz) vom Bundesrat verabschiedet. Danach wird Strom nun vor allem aus kleinen und mittleren Biogasanlagen besser vergütet, interessant insbesondere für die heimische Landwirtschaft.
Über die Möglichkeiten der Förderung, die ökologischen Auswirkungen und die Chancen wird der Abend informieren.
Ab 20 Uhr sind alle Kiersper Bürgerinnen und Bürger zu dieser Veranstaltung willkommen.




Bernd Geschermann

 


 

Pressestimmen

 



Holz: Unendliche Reserve für die Energieerzeugung

Sechstes Stadtgespräch der BM-Kandidatin Petra Crone. Bernd Geschermann von der Energieagentur NRW zum Thema "Energie aus Biomasse"

KIERSPE • "Energie aus Biomasse - ein neues Standbein für die Land- und Forstwirtschaft" war am Dienstag Thema des sechsten Stadtgesprächs, zu dem Bürgermeisterkandidatin Petra Crone in des Ratssaal eingeladen hatte. Als sachkundigen Referenten hatte sie Bernd Geschermann von der Energieagentur NRW in Wuppertal eingeladen. Bevor der Experte zu Wort kam, machte die Sozialdemokratin deutlich, dass ihr die Wirtschaftsförderung sehr am Herzen liege, dazu gehöre auch das Thema des Abends, neue Standbeine für die Forst- und Landwirtschaft durch Nutzung von Biomasse für die Energieerzeugung: "Wenn ich Bürgermeisterin werde, erkläre ich die Förderung der heimischen Wirtschaft zur Chefsache."

In Zeiten steigender Öl- und Gaspreise und sinkender Rohstoffreserven werde die Energieerzeugung aus Biomasse immer interessanter und sei praktisch eine unendliche Energiequelle, erklärte Bernd Geschermann eingangs. Während die beim Verbrennen fossiler Energieträger entstehenden Kohlendioxid-Kreisläufe das Ökosystem durcheinander brächten, sorge die Verwendung der festen Biomasse Holz für eine CO2-neutrale Nutzung und biete zudem den Vorteil höherer Wertschöpfung im Land und Wirtschaftsförderung in der Region.

Neben der Verwendung von Wald- und Industrierestholz, von Altholz und Stroh für die Gewinnung von Wärme und Strom wies der Experte besonders darauf hin, dass gezielt Energieholz angebaut werden kann. Das empfahl er auch für eine andere Pflanze: "Wahrscheinlich wird Mais die Energiepflanze schlechthin werden." Auf jeden Fall müsse der Betreiber von Holzenergieanlagen für größere Wohneinheiten darauf achten, dass im Umkreis genügend Holz zur Verfügung stehe. "Außerdem sollten Land- und Forstwirte aus Rentabiblitätsgründen Mitglied einer Betreibergesellschaft sein und nicht nur als Holzlieferant auftreten", so Geschermann. "Zur Wärme- und Energieerzeugung kann Holz sowohl verbrannt als auch vergast werden. Es gibt sogar Techniken, Holz in Benzin und Diesel umzuwandeln."

Kommunale Blockheizkraftwerke, die auf Holzbasis betrieben werden, oder mit Holzpellets betriebene Heizungen sind auf dem Vormarsch und werden von der öffentlichen Hand bezuschusst. Das gilt auch für die Stromerzeugung mit kleinen und mittleren Biogasanlagen, für die nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz die Vergütungssätze steigen. • hs

 


Erneuerbare Energien erschließen

Kierspe. Die derzeit hohen Preise für fossile Brennstoffe machen alternative Energieformen interessant. Diese erneuerbaren Energien hatte Bürgermeisterkandidatin Petra Crone am Dienstagabend im Rathaus in den Mittelpunkt ihres sechsten Stadtgesprächs gestellt.

Sachkundiger Referent war Bernd Geschermann von der Energieagentur NRW. Die vom Land finanzierte und damit unabhängig arbeitende Einrichtung berät in vielen Bereichen zum effizieten Einsatz von Energie. "Energie aus Biomasse - ein neues Standbein für die Land- und Forstwirtschaft", lautete das Thema, das Geschermann vor einem interessierten Publikum vetiefte.

Die Verfügbarkeit von Rohöl und Erdgas, so die jüngsten Prognosen, wird in den nächsten Jahrzehnten rapide zurückgehen. Daraus ergeben sich laut Geschermann vor Ort zwei interessante Optionen: zum einen können Bauherren und Hausbesitzer bei ihrer Heizanlage schon jetzt an die Nutzung von Holzpellets denken; zum anderen können sich Land- und Forstwirte - angesichts der hohen Investitionskosten möglichst im Verbund - Gedanken über den Bau von Biogasanlagen oder Holzheizkraftwerken machen.

Fördertöpfe gut gefüllt

Bernd Geschermann verwies auf die augenblicklich gut gefüllten Fördertöpfe für solche Projekte. Er erläuterte auch die Neuerungen bei den Vergütungsansätzen. Wer die Vorgaben geschickt ausnutzte, für den rentiere sich die Energieerzeugung aus Biomasse, war sich der Referent sicher.

"Es geht nicht darum, Wälder abzuholzen und zu verfeuern", rückte der Gast die Dimensionen zurecht. Ob Holpellets für die Heizung im Einfamilienhaus oder Biomasse für die Stromerzeugung: Ziel sei immer die nachhaltige Forst- und Landwirtschaft, bei der nur so viel genutzt wird, wie nachwächst.

Wirtschaftliche Vorteile

Erneuerbare Energie kann augenblicklich rund 15 Prozent des deutschen Energiebedarfs decken. Den größten Anteil daran hat die Windenergie, deren Potential laut Geschermann aber nahezu ausgeschöpft ist. "Die guten Standorte sind vergeben. Mehr Leistung versprechen nur noch größere Anlagen an guten Standorten", erklärte er. Der Streit um Standorte wie in Kierspe, so die Überzeugung des Referenten, dürfte sich bald wegen fehlender Wirtschaftlichkeit erledigt haben.

Bernd Geschermann ging noch auf die positiven ökologischen Auswirkungen bei der Nutzung regenerativer Energien ein und hob die wirtschaftlichen Vorteile solcher Projekte hervor. Investitionen und Erlöse bleiben größtenteil in der Region. Genau das ist ein Anliegen von Petra Crone. "Als Bürgermeisterin würde ich die Wirtschaftsförderung sofort zur Chefsache machen und auch solche Projekte anstoßen", betonte die Kandidatin. 18.08.2004 von Klaus Schliek



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