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1. Kiersper Stadtgespräch am 31.3.2004 im Rathaus der Stadt Kierspe
"Frau Dieckmann, regieren Frauen wirklich anders?"


Bärbel Dieckmann
              (Foto: Stadt Bonn)

Bärbel Dieckmann

 

Matthias Bongard
               
(WDR-Foto)

Matthias Bongard


ist seit 1994 Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn; 1995 wurde sie vom Rat zur ersten hauptamtlichen Oberbürgermeisterin gewählt. Bei der ersten Direktwahl in Nordrhein-Westfalen 1999 wurde sie im Amt der Oberbürgermeisterin bestätigt.
Schwerpunktthemen ihrer Arbeit sind der Strukturwandel in Bonn, die Sicherung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Grundlagen der Stadt sowie die Konsolidierung der städtischen Finanzen zur Erhaltung der kommunalen Handlungsfähigkeit. Bärbel Dieckmann ist Mitglied des SPD-Bundesparteivorstandes sowie des Landesvorstandes der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK). 2001 wurde sie in den Zukunftsrat des Landes Nordrhein-Westfalen berufen. 2003 wurde Bärbel Dieckmann turnusgemäß zur Vizepräsidentin der deutschen Sektion des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) gewählt, nachdem sie zuvor vier Jahre Präsidentin der Deutschen Sektion war. Zudem ist sie Mitglied im Vorstand des Städtetages Nordrhein-Westfalen.

 


Der erfahrene Rundfunk- und Fernsehmoderator berichtet über sich selbst auf der Homepage des WDR unter anderem:
Der Mann kam spät. Recht überfällig wurde ich kein Widder, sondern ein Stier- und dann auch noch Sauerländer. Zu allem stehe ich. Die Geburt geschah am 02.05.1961 in Iserlohn im Beisein meiner Mutter Edeltraud. Noch in die Windeln machend, folgte der Umzug nach Meinerzhagen (auch Sauerland). In dieser Weltstadt mit Herz verlebte ich eine zielstrebige Kindheit und Jugend: Grundschule, Baumschule, höhere Schule, Tanzschule, Musikschule, Fahrschule, Schule des Lebens. 1990 folgte das einschneidendste Erlebnis meines jungen Lebens, ein Praktikum beim WDR Hörfunk in Dortmund. Im Irrglauben, schon alles im Leben erreicht zu haben, funkte zunächst Eins Live bei meinem Plan, mich zur verdienten Ruhe zu setzen, '95 gründlich dazwischen, WDR 2 schloß sich gnädig an. Da ich weder Kirchgänger war, noch Familie oder Freunde hatte, teilte man mich bei WDR 2 zunächst ein in die Moderationsschicht des Sonntagsmagazins.

 



 

 


Pressestimmen


 
Frauen an der Spitze: Normaler und teamfähig

"Regieren Frauen wirklich anders?" 60 Besucher beim Kiersper Stadtgespräch mit Bärbel Dieckmann, Petra Crone und Moderator Matthias Bongard

KIERSPE • Weniger die genetischen Unterschiede, vielmehr die anders gearteten Lebenserfahrungen sind es, die nach Ansicht der Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann den etwas anderen Führungsstil der Frauen ausmachen.

"Kiersper Stadtgespräche" hat die Bürgermeisterkandidatin der SPD, Petra Crone, eine Veranstaltungsreihe genannt, deren Premiere am Mittwochabend im Ratssaal stattfand. Als Moderator war Matthias Bongard dabei, der schmunzelnd feststellte, dass von den 60 Gästen etwa die Hälfte Männer waren - trotz des Fußballländerspiels und des Themas "Frau Dieckmann, regieren Frauen wirklich anders?" "Ich erwarte keine abschließende Antwort auf diese Frage", meinte der WDR-Moderator, "aber viele einzelne Aspekte."

Seit fast zehn Jahren steht die 55-jährige gelernte Studienrätin an der Spitze der Stadt Bonn, sie ist verheiratet und Mutter von vier Kindern. "Da muss man Managerqualitäten und soziale Kompetenz entwickeln und lernen, mit Menschen zu arbeiten. Das ist wie im Amt: Alleine kann man diese Leistungen nicht bringen, es gehören viele Menschen dazu", erklärte Bärbel Dieckmann. Nach ihrer Erfahrung setzen Frauen andere Schwerpunkte in Politik und Verwaltung, wirken ausgleichend: "Wichtig ist es, dass sich beide Geschlechter ergänzen können."

Einig waren sich am Mittwoch die beiden Damen beim Thema Bürgerbeteiligung. Dieckmann berichtete über Bürgerversammlungen in den einzelnen Stadtteilen und regelmäßige Sprechstunden, Petra Crone sprach von Versammlungen zu verschiedenen Themen, "dabei ist die Meinung der Bürger sehr wichtig", meinte sie und nannte als Beispiel des Treffen in der vergangenen Woche zum Thema Einkaufen an der Kölner Straße.

Mit einem klaren Ja beantwortete die Oberbürgermeisterin eine andere Bongard-Frage. "Frauen in der Politik sind normaler, sie können Emotionen zeigen. Die Bürger sind oft erstaunt, wenn sie mich am Telefon haben. Aber in bestimmten Situationen lasse ich keinen Zweifel daran, dass ich die Oberbürgermeisterin bin und auch manchmal harte Entscheidungen fällen muss", so Dieckmann. Das lasse sich bei 5600 Mitarbeitern auch kaum vermeiden.

Als weiterer Aspekt, der für Frauen in Spitzenpositionen spricht, kam die Teamfähigkeit ins Gespräch. "Frauen brechen alte Hierarchien auf, Männer möchten sich eher als Platzhirsch behaupten", diese Erfahrung hat Barbara Dieckmann gemacht.

"Kann sie das überhaupt?" Die Oberbürgermeisterin bestätigte, dass es in der ersten Zeit diese Frage oft gegeben habe. "Ich hatte keine Verwaltungserfahrung, aber ich kannte meine Defizite, habe viel gelernt und mit der gesamten Sachkompetenz der Mitarbeiter zusammen gearbeitet. Ich habe auch heute kein Problem damit, bei einer Pressekonferenz den zuständigen Beigeordneten oder Amtsleiter reden zu lassen." Anfangs hätten sich vor allem die männlichen Mitarbeiter schwer damit getan, von einer Frau "regiert" zu werden. Aber der Vorwurf "Sie sind so bürgerfreundlich" habe sie natürlich gefreut.

Es gab weitere Fragen, die das Bonner Stadtoberhaupt souverän beantwortete: "Nein, Juristin muss man als Bürgermeisterin nicht sein. Ja, Teamfähigkeit ist wichtig, aber am Ende muss man allein entscheiden. Ja, eine genaue Kenntnis der eigenen Stadt hilft und steht in keinem Widerspruch dazu, sich mit den Finanzen auszukennen. Ja, in der Bonner Verwaltung gibt es inzwischen auch Frauen in Spitzenpositionen, aber die Strukturen ändern sich nur langsam."

Und dann kam von Moderator Matthias Bongard noch die Frage nach der Ehrlichkeit im Umgang miteinander. "In der Kommunalpolitik sollten Parteien keine Rolle spielen, da muss es nur um das Wohl der Bürger und der Stadt gehen. Als SPD-Oberbürgermeisterin arbeite ich seit fünf Jahren mit einer CDU-Mehrheit zusammen. Und 80 Prozent der Ratsentscheidungen werden einstimmig gefasst." • hs

 


Teamfähigkeit und Vertrauen - Frauen regieren anders

Frauen regieren anders: Darüber waren sich die Bonner Bürgermeisterin Bärbel Dieckmann und die Kiersper SPD-Bürgermeisterkandidatin Petra Crone einig - weitgehend konnte auch Moderator Matthias Bongard zustimmen.

Kierspe. (iky) "Regieren Frauen wirklich anders?" Ja, sie tun es - jedenfalls sind die Bonner Bürgermeisterin Bärbel Dieckmann und die Kiersper SPD-Bürgermeisterkandidatin Petra Crone fest davon überzeugt.

Im Vorfeld der Kommunalwahl gestaltet Petra Crone eine Reihe von "Kiersper Stadtgesprächen". Die Auftaktveranstaltung am Mittwochabend im Rathaus war prominent besetzt: Bärbel Dieckmann (SPD) regiert seit Juni 1995 als hauptamtliche Bürgermeisterin die Stadt Bonn - und das angesichts des Hauptstadtwechsels in einer für die Kommune denkbar schwierigen Zeit.

Hinzu kommt eine außergewöhnliche politische Konstellation, denn als stärkste Fraktion sitzt Bärbel Dieckmann im Rathaus die CDU gegenüber. Die Herausforderung meistert die frühere Gymnasiallehrerin und Mutter von vier Kindern mit gutem Management und sozialer Kompetenz - beides ihrer Meinung nach typische Frauenqualitäten. Teamfähigkeit und Vertrauen in die Mitarbeiter seien nötig, um so eine große Verwaltung führen zu können.

Solche Aussagen kitzelte WDR-Moderator Matthias Bongard, mal amüsant plaudernd, mal hartnäckig nachfragend, aus der Bürgermeisterin heraus. "Die enge Einbindung von Bürgern in das Verwaltungshandeln, dafür haben Frauen einen Sinn", gestand Dieckmann.

Das ist auch ein zentrales Anliegen von Petra Crone. Genau wie Bärbel Dieckmann hält sie es nicht für nötig, dass immer ein Jurist oder ein Finanzexperte eine Stadtverwaltung führen müssen. "Ich habe den Außenblick auf das Rathaus und sehe sehr wohl, was dort gut läuft und was nicht", betonte die Kandidatin.

Ehrlich und emotional

Frauen in Politik und Verwaltung sind ehrlicher als Männer, können mehr als "normaler Mensch" in der Politik agieren und dürfen im Falle eines Falles Emotionen zeigen, meinten die beiden Gesprächsteilnehmerinnen.

"Die Männer haben ihr Verhalten aber auch geändert", versicherte Bärbel Dieckmann. Machogehabe und das hierarchische Denken, beides den Männer zugeschriebene Verhaltensweisen, würden immer seltener.

Die gut 60 Besucher beteiligten sich rege am Gespräch. Eine entscheidene Frage war die nach mehr Frauen in Führungspositionen. In der Bonner Verwaltung gibt es zwar mehr Amtsleiterinnen als vor zehn Jahren - "dennoch ist es schwer, Frauen für Führungspositionen zu interessieren", meinte der Gast vom Rhein. Auf der Ausbildungsebene gebe es mehr qualifizierte Frauen als Männer. "Der Bruch kommt mit der Familiephase", hat Bärbel Dieckmann festgestellt. Daher brächten nur flexible Arbeitszeiten, bessere Angebote bei der Kinderbetreuung und die Bereitschaft der Männer, Familienverantwortung zu übernehmen, mehr Frauen in Führungspositionen.



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