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7. Kiersper Stadtgespräch am 2.9.2004 im Rathaus der Stadt Kierspe
"Wirtschaftsstandort Kierspe"


 

Petra Crone: “Zukunft der Stadt mit der Wirtschaft gestalten“
Harald Schartau, Minister für Wirtschaft und Arbeit in NRW ist Gast beim 7. Kiersper Stadtgespräch

„Wir müssen alles daran setzen, die solide Wirtschaftsstruktur in unserer Stadt zu erhalten und auszubauen“, fordert Petra Crone.
„Denn nur so können in Kierspe die Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert und neue geschaffen werden.“ Wirtschaftsförderung
ist ein Schwerpunktthema der Bürgermeisterkandidatin. So heißt das 7. Kiersper Stadtgespräch „Wirtschaftsstandort Kierspe“.

Petra Crone hat dazu am 2. September den Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen, Harald Schartau nach Kierspe eingeladen.

„Unsere Stadt hat eine gute Wirtschaftsstruktur, engagierte Handwerker und einen aktiven Gewerbeverein“, erklärt die Kandidatin für das Bürgermeisteramt. Und doch ist besonders in diesem Jahr die Arbeitslosigkeit durch Betriebsschließungen, Verlagerungen und Insolvenzen verhältnismäßig stark angestiegen. Laut der Agentur für Arbeit waren im August noch 70 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Darüber hinaus müssen Konzepte entwickelt werden, um die Leerstände und Gewerbebrachen an markanten Stellen im Stadtgebiet besser zu vermarkten.

"Nur im Schulterschluss mit allen Kräften können wir diese Probleme lösen“, betont Petra Crone. Beim 7. Kiersper Stadtgespräch will sie gemeinsam mit Minister Harald Schartau, dem Vorsitzenden der Agentur für Arbeit Iserlohn, Rolf Deiters und Vertretern der Wirtschaft, der Handwerkerschaft, des Gewerbevereins, Lehrern, Schülerinnen und Schülern Antworten finden zur Zukunft des Wirtschaftsstandortes und zu Ausbildungschancen für Jugendliche in unserer Stadt.

Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr im Rathaus.

 



Harald Schartau


 

Pressestimmen

 


Unterstützung für Klein- und Mittelstand

NRW-Wirtschaftsminister Harald Schartau nimmt beim Stadtgespräch der SPD-Bürgermeisterkandidatin Petra Crone zu den Problemen der Wirtschaft Stellung. Kritik an restriktiver Kreditvergabepraxis der Banken
 

Zu Beginn der Diskussionsver- anstaltung trug sich Schartau im Beisein von Petra Crone und Bürgermeister Jochen Timpe in das goldene Buch der Stadt ein.
• Foto: Haase

Von Rolf Haase

KIERSPE • Wie schwierig es sich für viele Unternehmen bei der angespannten Konjunkturlage derzeit darstellt zu überleben, darauf machte beim 7. Stadtgespräch der SPD-Bürgermeisterkandidatin Petra Crone zusammen mit NRW-Wirtschaftsminister Harald Schartau als prominentem Gast gestern Nachmittag im Rathaus Medienberater Volker Gogoll aufmerksam: Als Probleme nannte er die schlechte Zahlungsmoral und die großen Schwierigkeiten durch die restriktive Kreditvergabepraxis der Banken aufgrund von Basel II, was Investitionen von Jungunternehmern sowie von klein- und mittelständischen Betrieben häufig verhindere. "In Deutschland haben die Firmen eine geringe Eigenkapitaldecke, das ist in anderen europäischen Ländern anders", sagte Gogoll.

Schartau ließ keinen Zweifel daran, dass die klein- und mittelständischen Unternehmen, die die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen zu einem Großteil prägten, unterstützt werden müssten. Wenn die Rahmenbedingungen stimmten, habe er keinen Zweifel, dass diese Firmen auf dem Markt auch gegen die internationale Konkurrenz bestehen könnten.

Er bestätigte, dass manche Banken sich scheinbar "von den kleinen Betrieben losgesagt" hätten, wo es gegenzusteuern gelte. Als ein riesiges Problem stellte er die ungeklärte Nachfolgefrage in 20 000 Betrieben dar, wo sich das Land durch neue oder veränderte Programme bemühe, den Nachfolgern Erleichterungen für ihren Einstieg und Start zu verschaffen. Aber auch die Kommunen seien gefordert zu helfen, was mit zu viel Bürokratie auf keinen Fall möglich sei.

Schartau hörte sich die Sorgen an, die seitens der zahlreichen Wirtschaftsvertreter, die zu der Veranstaltung gekommen waren, geäußert wurden und musste da auch von Petra Crone vernehmen, dass gerade Kierspe in letzter Zeit von Firmenschließungen, Insolvenzen und Betriebsverlangerungen, unter anderem auch ins Ausland, betroffen ist und daher die Arbeitslosigkeit angestiegen ist.

Die Bürgermeisterkandidatin zeigte anhand einiger Zahlen aber auch, dass die Stadt immer noch eine recht gute Wirtschaftsstruktur besitzt, die erhalten werden müsse: "Es gibt hier 124 Klein- und Mittelbetriebe, 364 Einzelhandelsgeschäfte und 101 Handwerksbetriebe".

Ansonsten wandte sich der NRW-Wirtschaftsminister jedoch dagegen, die Situation schlecht zu reden, denn die Auftragsbücher würden wieder voller. Nur die private Nachfrage sei aufgrund der Verunsicherung in der Bevölkerung weiterhin zurückhaltend. Harald Schartau forderte die Unternehmen und alle Menschen auf, sich wieder auf das Qualitätszeichen "Made in Germany" bei Technik und Service zu besinnen, mehr in die Qualifizierung der Beschäftigten zu investieren und das Maß an Flexibilisierung, was nötig ist, mitzutragen.

  

Schartau: "Wir sind unschlagbar"

Kierspe. Handel, Handwerk und Gewerbe machte Petra Crone bei ihrem 7. Stadtgespräch gestern Nachmittag zum Thema:

124 kleine und mittelständische Unternehmen, 364 Einzelhandels- und 101 Handwerksbetriebe in der Stadt, aber auch die Zahl der Insolvenzen und die Lage an Arbeits- und Ausbildungsmarkt seien Gründe, ein Stadtgespräch mit Wirtschaftsexperten zu führen.

Dass sie neben Harald Schartau, NRW Minister für Wirtschaft und Arbeit, nicht nur Arbeitsamtschef Rolf Deiters und die anwesenden Unternehmer als Fachleute in Wirtschaftsfragen ansieht, daran ließ die Bürgermeisterkandidatin keinen Zweifel: Schüler und Lehrer kamen im Ratssaal ebenso zu Wort wie Handwerksmeister und andere Interessierte.

"Die Zukunft der Stadt mit der Wirtschaft gestalten" - dazu nahm der Minister und SPD-Landesvorsitzende mit grundsätzlichen Anforderungen an eine zukunftsweisende Wirtschaftspolitik in NRW Stellung: Erstens brauche der Mittelstand guten Zugang zu Krediten. Während Großbanken sich zunehmend aus dem Geschäft mit dem Mittelstand zurückzögen, gelte es einen Pakt mit den Sparkassen und Raiffeisenbanken zu schließen.

Zweitens müssten Banken, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und die Landesregierung helfen, die offene Nachfolgefrage zu klären. Wenn das Problem, vor dem etwa 20 000 Betriebe in NRW stehen, nicht gelöst werde, drohen massenweise Schließungen.

Drittens müssen laut Schartau die Verfahrenswege bei Neuinvestitionen und Existenzgründungen deutlich verkürzt werden. Insgesamt müssten die Kommunen wieder in die Lage versetzt werden zu investieren und die Aufträge ortsnah vergeben zu können, so der Wirtschaftsminister.

"Die große Verunsicherung in der Bevölkerung ist verständlich", räumte Schartau angesichts sozialer Veränderungen ein. "Wir brauchen jetzt auch Unternehmer, die Mut machen - nach dem Motto ,Made in Germany gilt noch etwas´", rief er auf. Mehr Flexibilität bei Lohn und Arbeitszeit sei nur eines von drei Standbeinen, mit denen der Wirtschaftsstandort wieder in Schwung gebracht werden könne. Der Leiter des Iserlohner Arbeitsamtes Rolf Deiters stimmte zu: Mit verstärkter Betreuung und der Einführung des Arbeitslosengeldes 2 könne die Wende gelingen.

"Wir sind auf Dauer unschlagbar, wenn wir in Ausbildung investieren"; rief Schartau auf: "Da kann uns kein einziger Jugendlicher gleichgültig sein." Kreativität und Freiräume bei der Berufsorientierung in Schulen sei unverzichtbar, bestätigte Günther Barth, Leiter der Schule Volmetal. "Sonderschüler, die wirklich wollen sind uns lieber als Schüler mit guten Zeugnissen, die Null-Bock haben", formulierte ein Handwerker: "Ich lasse nicht zu, dass jemand eine Lehrstelle besetzt, der nicht will", nahm er auch Eltern in die Pflicht.

Natürlich hatte beim Stadtgespräch niemand eine Lehrstelle für den Schulabgänger parat, der trotz INAP-Vertrag und drei Praktika keine Stelle findet. Aber: Die von Minister Harald Schartau skizzierten Rahmenbedingungen sollen auch ihm letztlich helfen. Blattsch(l)uss

02.09.2004    Von Volker Lübke
   

 



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